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Tests der Leseflüssigkeit zur Lernverlaufsdiagnostik - "Silben lesen" der Onlineplattform www.levumi.de

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007767
 

SiL-Levumi - Tests der Leseflüssigkeit zur Lernverlaufsdiagnostik - "Silben lesen" der Onlineplattform www.levumi.de (PSYNDEX Tests Review)

 

Reading Speed Measure on www.levumi.de/zpid
Synonym(e): LErn-VerlaUfs-MonItoring; Lernverlaufs-Monitoring; Leseflüssigkeitstests; LEVUMI

 Jungjohann, J., Diehl, K. & Gebhardt, M.
 (2019). SiL-Levumi. Tests der Leseflüssigkeit zur Lernverlaufsdiagnostik - "Silben lesen" der Onlineplattform www.levumi.de [Silbenlisten]. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Trier: ZPID.

Online im Internet: https://www.levumi.de/

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der Creative Commons-Lizenz "Namensnennung - Nicht-kommerziell - Share Alike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)" ; es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden, es darf verändert werden, wenn es unter derselben Lizenz wie das Original weitergegeben wird ; URL: https://www.testarchiv.eu/.
Anmerkung: Die Leseflüssigkeitstests sind online durchführbar, nachdem man sich auf der Homepage von Levumi registriert hat.

Nachweis im Testarchiv: Jungjohann, J., Diehl, K. & Gebhardt, M. (2019). SiL-Levumi. Tests der Leseflüssigkeit zur Lernverlaufsdiagnostik - "Silben lesen" der Onlineplattform www.levumi.de [Verfahrensdokumentation aus PSYNDEX Tests-Nr. 9007767 und Silbenlisten]. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Trier: ZPID. https://doi.org/10.23668/psycharchives.2462

 Adresse(n): o Prof. Dr. Markus Gebhardt, Entwicklung und Erforschung inklusiver Bildungsprozesse, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Technische Universität Dortmund, Emil-Figge-Straße 50, D-44227 Dortmund ; E-Mail: markus.gebhardt@tu-dortmund.de ; URL: https://www.fk-reha.tu-dortmund.de/Theorie/cms/de/Unser-Team/Markus-Gebhardt.html ; Stand: 16.5.2019
o Jana Jungjohann, M.Ed., Entwicklung und Erforschung inklusiver Bildungsprozesse, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Technische Universität Dortmund, Emil-Figge Straße 50, D-44227 Dortmund ; E-Mail: jana.jungjohann@tu-dortmund.de ; URL: https://www.fk-reha.tu-dortmund.de/Theorie/cms/de/Unser-Team/Jana-Jungjohann.html ; Stand: 06.05.2019
o Prof. Dr. Kirsten Diehl, Abteilung Inklusion und pädagogische Entwicklungsförderung, Institut für Sonderpädagogik, Europa-Universität Flensburg, Auf dem Campus 1a, D-24943 Flensburg ; E-Mail: kirsten.diehl@uni-flensburg.de ; URL: https://www.uni-flensburg.de/ipe/wer-wir-sind/personen/professorin-dr-kirsten-diehl/ ; Stand: 30.11.2018
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Für die Onlineplattform www.levumi.de (Gebhardt et al., 2016a) sind konstruktbasierte Tests zur Messung der Leseflüssigkeit im Bereich "Silben lesen" auf fünf verschiedenen Niveaustufen entwickelt worden.


Aufbau:
Die Tests sind je nach Niveaustufe durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gekennzeichnet. Ausschließlich die höchste Niveaustufe N4 enthält alle Konsonanten und Lautverbindungen sowie Konsonantencluster. Außerdem werden pro Niveaustufe vier Parallelformen abgedruckt, die den Einsatz des Leseflüssigkeitstests als pencil&paper-Test in der Schule ermöglichen. Alle Leseflüssigkeitstests sind als lehrerzentrierte Speedtests (Rost, 2004) mit einer Durchführungszeit von einer Minute konstruiert.


Grundlagen und Konstruktion:
Bei der Itemkonstruktion wurde sich am Kieler Leseaufbau (Dummer-Smoch & Hackethal, 2016) sowie am Lehrplan der Grundschulen der verschiedenen Bundesländer orientiert. Alle Items sind aus einer lesedidaktisch begründeten Auswahl an Konsonanten sowie allen Vokalen der deutschen Sprache erstellt worden. Erste Ergebnisse zur psychometrischen Güte stehen noch an.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Angaben zu den Gütekriterien liegen derzeit noch nicht vor (Stand: November 2018).

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die Onlineplattform Levumi (www.levumi.de) bietet u. a. Tests zur Erfassung der Leseflüssigkeit an (SiL-Levumi; Gebhardt, Diehl & Mühling, 2016a; Mühling, Gebhardt & Diehl, 2017; Jungjohann, Diehl & Gebhardt, 2018). Die Leseflüssigkeit wird mittels Silben-, Wörter- und Pseudowörtertests erfasst. Alle Tests sind als Speedtests (Rost, 2004) konstruiert und haben ein Zeitlimit von einer Minute. Die Leseflüssigkeitstests liegen in fünf Niveaustufen (N0, N1, N2, N3, N4) vor. Die Niveaustufen gelten kompetenz- und testübergreifend für alle Lesetests. Auf der Basis von lesedidaktischen sowie testtheoretischen Annahmen spiegeln die Niveaustufen einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad wider, wobei N0 einen niedrigen und N4 einen hohen Schwierigkeitsgrad kennzeichnet. Das Schwierigkeitslevel einer Niveaustufe wird über die Konstruktion der zugehörigen Items bestimmt.
 

Testaufbau

Die Niveaustufen in Levumi sind für alle Tests in der Lerndomäne Lesen gültig (Jungjohann, DeVries, Gebhardt & Mühling, 2018). Die Niveaustufen der Leseflüssigkeitstests werden über die verwendeten Grapheme (bzw. Buchstaben) sowie über verwendete Silben- bzw. Wortstrukturen definiert: Neben den ausgewählten Lauten bzw. Lautverbindungen definiert die Vokal-Konsonant-Struktur die Itemkonstruktion innerhalb einer Niveaustufe. In den niedrigen Niveaustufen N0-N3 werden ausschließlich leichte Strukturen, wie Konsonant-Vokal(KV)- oder Vokal-Konsonanten(VK)-Verbindungen, verwendet. Niveaustufe N4 enthält hingegen komplexe und damit schwierigere Strukturen mit Konsonantenclustern (KKV).
Jede Niveaustufe enthält bestimmte ausgewählte Konsonanten sowie alle Vokale und evtl. Lautverbindungen, wie z. B. Diphthonge. Tabelle 1 zeigt, welche Laute bzw. Lautverbindungen die jeweilige Niveaustufe enthält. Über die Niveaustufen N1-N3 hinweg werden nur die Vokale wiederholt, alle weiteren Buchstaben sind einzigartig pro Niveaustufe. Niveaustufe N0 stellt eine Vereinfachung der Niveaustufe N1 dar. Niveaustufe N4 enthält alle Buchstaben und möglichen Lautverbindungen der deutschen Sprache.

Tabelle 1
Überblick der verwendeten Laute und Lautverbindungen innerhalb der Niveaustufen in Levumi
-------------------------------------------------------------------------------- 
Niveaustufe Verwendete Laute/Lautverbindungen
--------------------------------------------------------------------------------
N0 a, e, i, o, u - m, l
N1 a, e, i, o, u - f, m, n, l, r, s
N2a a, e, i, o, u - d, h, p, t, w - en, er, el - ei, au
N2b a, e, i, o, u - b, g, k - ch, sch
N3 a, e, i, o, u - j, v, w, x, y, z, ß - sp, st, qu - eu, ä, ö, ü
N4 Alle Laute und Lautverbindungen
--------------------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Umlaute und Eszett sind in der Tabelle gegebenenfalls in Ersatzdarstellungen aufgeführt.

Die Lehrkraft stoppt die Zeit während der Durchführung und beendet den Test nach Ablauf der 60 Sekunden.
 

Auswertungsmodus

Während der Durchführung markiert die Lehrkraft im Auswertungsbogen, welches Item richtig bzw. falsch vorgelesen wurde. Sobald die 60 Sekunden abgelaufen sind, markiert die Lehrkraft das Testende durch einen dicken Strich über beide Spalten (richtig und falsch gelesen) in der ersten, nicht mehr bearbeiteten Spalte. Für diese analoge Testauswertung addiert die Lehrkraft separat alle richtig und alle falsch gelesenen Items pro Schülerin bzw. Schüler. Die Leseflüssigkeitstests bieten zwei Kompetenzmaße an, die über mehrere Messungen hinweg verglichen werden können. Die Anzahl der ausschließlich richtig gelesenen Items ist das stellvertretende Kompetenzmaß der Lesegenauigkeit. Das Kompetenzmaß der Lesegeschwindigkeit wird durch das Addieren aller bearbeiteten Items (richtig und falsch) errechnet. Weiterführende Informationen können dem Förderhandbuch Lesen (Jungjohann et al., 2017) entnommen werden.
Bei den Leseflüssigkeitstests bewertet die Lehrkraft, ob richtig oder falsch vorgelesen wurde. Tabelle 2 zeigt, welche Antworten als Lesefehler gewertet werden und welche nicht. Grundsätzlich wird gedehntes Lesen als richtig bewertet, wenn alle präsentierten Laute bzw. Buchstaben in der korrekten Reihenfolge berücksichtigt werden. Ausschlaggebend ist, dass die einzelnen Laute miteinander synthetisiert gelesen werden. Wenn sich ein Kind unmittelbar innerhalb weniger Augenblicke selbst korrigiert, wird die Antwort ebenfalls als richtig bewertet.

Tabelle 2
Beurteilung von Lesefehlern in Levumi (Jungjohann, Mau, Diehl & Gebhardt, 2019, S. 10)
-------------------------------------------------------------------------------- 
1 = kein Lesefehler 0 = Lesefehler
--------------------------------------------------------------------------------
gedehntes Lesen "mmmmmo" lautierendes Lesen ohne Synthese
(erkennbar am unterbrochenem Atemstrom)
--------------------------------------------------------------------------------
zuerst lautierend mit "m-o" Verwechslung, Auslassung & Hinzufügung
unmittelbarer Korrektur mit von Lauten
Synthese erst "m-o", dann "mmo"
--------------------------------------------------------------------------------
unmittelbare Selbstkorrekturen Vertauschung der Reihenfolge von Lauten
von Lauten "Daum" aeh "Baum" "Mat-nel" anstatt "Man-tel"
--------------------------------------------------------------------------------
systematische Artikulations-
fehler: Laute werden regelhaft
falsch ausgesprochen oder durch
andere ersetzt
--------------------------------------------------------------------------------
das Graphem < v > kann durch
die Phoneme /f/ und /w/
artikuliert werden
--------------------------------------------------------------------------------
Silben- und Pseudowoertertests: Wörtertests: die Grapheme < st > und
die Grapheme < st > und < sp > müssen durch die Phoneme
< sp > koennen durch die Phoneme /scht/ und /schp/ artikuliert werden
/scht/, /st/ und /schp/, /st/
artikuliert werden
--------------------------------------------------------------------------------
Pseudowoertertests: die Silben- und Wörtertests:
Grapheme < ie >, < ei > und < eu > die Diphthonge < ie >, < ei > und < eu >
koennen auch als einzelne Phoneme müssen als solche artikuliert werden
/i-e/, /e-i/ und /e-u/
ausgesprochen werden
--------------------------------------------------------------------------------
 

Auswertungshilfen

Als Auswertungshilfe stehen ein Auswertungsbogen zur Verfügung, das Förderhandbuch Lesen (Jungjohann et al., 2017) sowie das Levumi Lehrerhandbuch Deutsch (Jungjohann, Mau, Diehl & Gebhardt, 2019), in dem sich auch die Tabelle 2 (siehe S. 10) mit den Hinweisen zur Beurteilung von Lesefehlern befindet.
 

Auswertungszeit

Da die Auswertung parallel zur Durchführung läuft, werden nur wenige Minuten benötigt.
 

Itembeispiele

Aus jeder Niveaustufe werden die Silben aus einer Buchstabenreihe vorgestellt.
Niveaustufe N0:
l: la, LA, le, Le, li, Li, lo, Lo, lu, Lu
Niveaustufe N1:
s: sa, Sa, se, Se, si, Si, so, So, su, Su
Niveaustufe N2a:
e: en
Niveaustufe N3
au: auch; Auch
 

Alle Items

Die nachstehenden Tabellen 3-8 zeigen die Itempools der Niveaustufen N0 bis N4. Die Items sind alphabetisch geordnet.

Tabelle 3
Itempool Silben lesen Niveaustufe N0
-------------------------------------------------- 
Onset Item
--------------------------------------------------
l la; La; le; Le; li; Li; lo; Lo; lu; Lu
m ma; Ma; me; Me; mi; Mi; mo; Mo; mu; Mu
--------------------------------------------------

Tabelle 4
Itempool Silben lesen Niveaustufe N1
-------------------------------------------------- 
Onset Item
--------------------------------------------------
f fa; Fa; fe; Fe; fi; Fi; fo; Fo; fu; Fu
l la; La; le; Le; li; Li; lo; Lo; lu; Lu
m ma; Ma; me; Me; mi; Mi; mo; Mo; mu; Mu
n na; Na; ne; Ne; ni; Ni; no; No; nu; Nu
r ra; Ra; re; Re; ri; Ri; ro; Ro; ru; Ru
s sa; Sa; se; Se; si; Si; so; So; su; Su
--------------------------------------------------

Tabelle 5
Itempool Silben lesen Niveaustufe N2a
---------------------------------------------------------------------- 
Onset Item
----------------------------------------------------------------------
d da; Da; dau; Dau; de; De; die; del; der; do; Do; du; Du
e en
f fei; fen; fer
h ha; Ha; hau; Hau; hei; Hei; hen; ho; Ho; hu; Hu
l lau; lei; Lei; len
m men; mer
n nen
p pa; Pa; pi; Pi; po; Po
r rau; Rau; rei; Rei
s sau; Sau; sei; Sei; sen
t tau; Tau; tei; Tei
w wa; Wa; we; We; wei; Wei; wu; Wu
----------------------------------------------------------------------

Tabelle 6
Itempool Silben lesen Niveaustufe N2b
---------------------------------------------------------------------- 
Onset Item
----------------------------------------------------------------------
B ba; Ba; bel; ben; ber; bi; Bi; bo; Bo; bu; Bu
ch cha; chau; che; chei; chen; cher; cho; chu
g ga; Ga; gau; gei; gel; gen; gi; Gi; go; Go; gu; Gu
k ka; Ka; kau; Kau; ke; Ke; kei; Kei; ki; Ki; ko; Ko; ku; Ku
sch scha; Scha; schau; Schau; sche; Sche; schei; Schei; scho;
Scho; schu; Schu
----------------------------------------------------------------------

Tabelle 7
Itempool Silben lesen Niveaustufe N3
-------------------------------------------------------------------------------- 
Onset Item
--------------------------------------------------------------------------------
au auch; Auch
b beu; Beu
ch cheu
eu eu; Eu; euch; Euch
f feu; Feu
g geu
h hex; Hex
j ja; Ja; jau; Jau; jä; Jä; je; Je; jo; Jo; ju; Ju
k keu; Keu
n neu; Neu
p py; Py
q qua; Qua; qui; Qui
s seu; Seu
sch schä; Schä; scheu; Scheu; schö; Schö; schü; Schü
sp spa; Spa; spä; Spä; spe; Spe; spei; Spei; spi; Spi; spu; Spu; spü; Spü
st sta; Sta; stau; Stau; stä; Stä; ste; Ste; stei; Stei; sti; Sti;
sto; Sto; stö; Stö; stu; Stu
t ty; Ty
v va; Va; vei; Vei; vi; Vi; vo; Vo; vö; Vö
x xi
z za; Za; zau; Zau; zä; Zä; ze; Ze; zei; Zei; zeu; Zeu; zi; Zi; zö;
Zö; zu; Zu; zü; Zü
ß ße; ßen; ßer
--------------------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Umlaute und Eszett sind in der Tabelle gegebenenfalls in Ersatzdarstellungen aufgeführt.

Tabelle 8
Itempool Silben lesen Niveaustufe N4
-------------------------------------------------------------------------------- 
Onset Item
--------------------------------------------------------------------------------
B Bla; bla; blau; Blau; ble; Ble; bli; Bli; blo; Blo; blu; Blu; bra; Bra;
brau; Brau; bre; Bre; brei; Brei; bri; Bri; bro; Bro; bru; Bru
d dra; Dra; drau; Drau; drei; Drei; dri; Dri; dro; Dro; dru; Dru
f frau; Frau; fre; Fre; frei; Frei; freu; Freu; fri; Fri; fro; Fro
g gla; Gla; glau; Glau; gle; Gle; glei; Glei; gli; Gli; glo; Glo; glu; Glu
k klau; Klau; kle; Kle; kli; Kli; klo; Klo; klu; Klu; kra; Kra; krau;
Krau; krei; Krei; kreu; Kreu; kro; Kro; kru; Kru
P pla; Pla; plau; Plau; ple; Ple; pleu; Pleu; pli; Pli; plo; Plo; plu; Plu
Sch schla; Schla; schle; Schle; schli; Schli; schlo; Schlo; schlu; Schlu
Sp spra; Spra; spre; Spre; spri; Spri; spro; Spro; spru; Spru
t tra; Tra; trau; Trau; tre; Tre; trei; Trei; tri; Tri; tro; Tro; tru; Tru
--------------------------------------------------------------------------------
 

Durchführung

 

Testformen

Die Leseflüssigkeitstests der Onlineplattform Levumi können entweder digital direkt in der Plattform (www.levumi.de) oder analog als Paper&Pencil-Version durchgeführt werden. In beiden Testformen sind es Einzeltests.
Levumi stellt für jede Schülerin und jeden Schüler bei jeder Messung einen individuellen Test zur Verfügung (Mühling et al., 2017). Dafür zieht die Plattform aus dem definierten Itempool nacheinander zufällig Items, bis entweder die Zeitvorgabe von einer Minute abgelaufen ist oder alle Items bearbeitet wurden. Der Itempool ist i. d. R. so groß angelegt, dass nicht alle Items vollständig während eines Tests bearbeitet werden können. Bei allen Leseflüssigkeitstests sollen Flüchtigkeitsfehler sowie eine Übergeneralisierung beim Vorlesen verhindert werden. Durch die Testsituation und die Testkonstruktion als Speedtest kann es dazu kommen, dass Schülerinnen und Schüler lieber schnell und dafür ungenauer lesen. Damit ein neues Item stets als solches wahrgenommen wird, sind zusätzliche Regeln bei der Ziehung von Items in die Plattform Levumi implementiert. Additiv können weitere Regeln hinterlegt sein, um verschiedene Dimensionen und Schwierigkeiten der Items zu berücksichtigen.
 

Altersbereiche

SiL-Levumi ist kompetenzorientiert. Dies bedeutet, dass der Silbentest nicht für eine bestimmte Altersgruppe konzipiert ist. Der Test kann bearbeitet werden, sobald eine Schülerin bzw. ein Schüler die benötigte Kompetenz beherrscht. Für SiL-Levumi ist die Voraussetzung die Kenntnis über die Phonem-Graphem-Korrespondenz des verwendeten Graphemmaterials.
 

Durchführungszeit

Alle Leseflüssigkeitstests haben eine Durchführungszeit von einer Minute (60 Sekunden).
 

Material

In dem Levumi-Handbuch Anwendung & Interpretation (Jungjohann, Schurig, Mühling & Gebhardt, in Vorb.) wird die Bedienung der Plattform erklärt und es werden Hilfestellungen zur Interpretation gegeben. Im Handbuch Deutsch (Jungjohann, Mau, Diehl & Gebhardt, 2019) werden die Testkonstruktion und die Durchführung der digitalen Tests erklärt. Alternativ können die Tests als Paper&Pencil-Version durchgeführt werden. Dafür befinden sich auf den fünf Testbögen (N0, N1, N2a, N2b, N3, N4) jeweils vier Parallelversionen (Testversionen A-D) inklusive Dokumentations- und Auswertungsbogen.
 

Instruktion

Für die Papierversion erklärt die Lehrkraft vor Testbeginn dem Schüler oder der Schülerin, dass er oder sie möglichst viele Items richtig laut vorlesen soll. Für die Onlineversion existiert eine digitale Testinstruktion (Jungjohann, Schurig, Mühling & Gebhardt, in Vorb.).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Alle Levumi-Tests sind im Internet unter www.levumi.de nach einer kostenlosen Registrierung zur freien Nutzung verfügbar. Das Levumi-Team empfiehlt die Nutzung der digitalen Versionen für den schulischen Gebrauch, da die Plattform sowohl Verwaltungsaufgaben sowie eine automatisierte Auswertung für die Lehrkräfte übernimmt (für weitere Informationen siehe Gebhardt & Jungjohann, 2019; Jungjohann & Gebhardt, 2018). Die Plattform stellt zusätzlich Lernverlaufsgraphen für gesamte Klassen und einzelne Schülerinnen und Schüler zur Verfügung (Jungjohann, Diehl, Mühling & Gebhardt, 2018). Für die Testung des SiL-Levumi wird die Kenntnis über die Phonem-Graphem-Korrespondenz des verwendeten Graphemmaterials bei den Schülerinnen und Schülern vorausgesetzt. Bei der parallelen Auswertung empfiehlt es sich, die Hinweise zur Beurteilung von Lesefehlern vorher zu beachten.
 

Testkonstruktion

In Anlehnung an den Kieler Leseaufbau (KLA; Dummer-Smoch & Hackethal, 2016) und basierend auf Erkenntnissen zur formativen Evaluation mittels sog. curriculumbasierter Messverfahren (Diehl, 2014; Voß & Diehl, 2016) wurden die Schwierigkeitsstufen adaptiert. Der KLA berücksichtigt in der Einführung der Buchstaben linguistische Merkmale im Hinblick auf Schwierigkeit, Struktur und Komplexität von Lauten, Lautverbindungen und Wörtern und arbeitet nach dem Prinzip der Vermeidung von Schwierigkeiten im Leseerwerb nach fundierten Kenntnissen der Schriftspracherwerbsforschung (Groth, Hasko, Bruder, Kunze & Schulte-Körne, 2013; Kuhl, Euker & Ennemoser, 2015). Für die Testkonstruktion in Levumi wurde zusätzlich die Reihenfolge gängiger Buchstabenlehrgänge analysiert, um einen lehrwerksunabhängigen Einsatz zu ermöglichen. Somit können die Levumi-Tests in allen Bundesländern sowie Schulformen (Regelschule und Förderschule) eingesetzt werden. Je nach Testart können weitere Regeln für die Itemkonstruktion innerhalb einzelner Niveaustufen hinzukommen. Diese besonderen Regeln werden in den Berichten der entsprechenden Testarten ausführlich beschrieben.

Alle Items (hier Silben) sind nach definierten Regeln generiert und enthalten in den jeweiligen Niveaustufen nur die in Tabelle 1 (siehe "Testaufbau") aufgeführten Buchstaben. In den Leseflüssigkeitstests "Silben lesen" entspricht jedes Item einer Silbe, welche in der deutschen Sprache real vorkommt. Zulässig sind sowohl offene (auf einen Vokal endende) und geschlossene (auf einen Konsonanten endende) Silben. Zur Itemgenerierung wurden jeweils ein Konsonant bzw. eine Lautverbindung mit einem Vokal bzw. einer Lautverbindung kombiniert. Eine Silbe besteht somit stets aus zwei Lauten bzw. Lautverbindungen. Für das Onset (Silbenkopf) wird immer ein Konsonant bzw. eine Lautverbindung gewählt. Freistehende Vokale ohne Lautverbindung sind hingegen nicht als Onset zulässig. Folglich sind überwiegend bedeckte Silben (konsonantischer Silbenkopf) und wenige nackte Silben (vokalischer Silbenkopf) generiert worden. Wenn nach diesen Kombinationsregeln eine nichtexistierende Silbe entstand, wurde sie nicht in den Itempool aufgenommen. Alle so konstruierten Silben sind in Kleinschreibung in den Itempool aufgenommen. Wenn eine Silbe mit einer initialen Großbuchschreibung im Deutschen vorkommt, wurde sie ebenfalls gelistet. Diese Regeln sind für die meisten Niveaustufen ausreichend, um Items zu generieren.

In Niveaustufe N2a wurden zusätzlich die Konsonanten aus N1 wiederholt, um ausreichend Silben mit Digraphen (aus zwei Buchstaben dargestellten Laute, wie z.B. < el >) zu generieren.

Da in der Niveaustufe N4 alle Laute und Lautverbindungen vorkommen, sind additive Konstruktionsregeln notwendig, um so den Itempool zu begrenzen. Itempool N4 enthält nur Silben, die im Deutschen hochfrequent vorkommen. Zudem muss das Onset durch ein Konsonantencluster repräsentiert werden. Folglich beinhaltet der Itempool der Niveaustufe N4 ausschließlich bedeckte Silben. Ebenfalls wurden alle Silben in Groß- und Kleinschreibung aufgenommen, sofern sie im Deutschen existieren. Tabelle 8 (siehe "Items") zeigt alle Items der Niveaustufe N4.
Bei den Leseflüssigkeitstests "Silben lesen" greifen zur Gestaltung der Parallelformen zwei zusätzliche Regeln: Erstens vermeidet die Plattform, dass zwei Items mit dem gleichen initialen Laut hintereinander angezeigt werden. Zweitens ist es der Plattform nicht gestattet, Items mit den spiegelbildlichen Graphemen < d > und < b > hintereinander auszuwählen. Dies gilt sowohl für die Klein- also auch für die Großschreibung.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Überprüfungen werden zukünftig in einem Technical Report erscheinen. In diesem werden voraussichtlich Angaben über die Itemschwierigkeit, die Normierungsstichproben, die Normwerte, die Änderungssensibilität über die Zeit sowie die Reliabilitäten veröffentlicht werden.

Erste wissenschaftliche Erkenntnisse werden im Rahmen von Abschlussarbeiten veröffentlicht. Diese Abschlussarbeiten sind kostenlos online verfügbar. Untersuchungen zur Einsatzmöglichkeit der Leseflüssigkeitstests Silben lesen bei Schülerinnen und Schülern mit intellektueller Beeinträchtigung liegen vor (Clemente, 2017). König (2018) thematisiert Boden- und Deckeneffekte für das Silben Lesen auf der Niveaustufe N4 in den Jahrgängen 3 und 4 zu zwei Messzeitpunkten. Beule (2018) überprüfte den Zusammenhang zwischen den Kompetenzen der Leseflüssigkeit (Silben lesen) und dem Leseverständnis in den Jahrgangsstufen 3 und 4.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Zur Objektivität werden keine Angaben gemacht.
 

Reliabilität

Zur Reliabilität können derzeit (Stand: November 2018) keine Angaben gemacht werden.
 

Validität

Zur Validität werden keine Angaben gemacht.
 

Normierung

Zurzeit (Stand: November 2018) liegen keine Angaben zur Normierung vor.
 

Anwendungsmöglichkeiten

SiL-Levumi wird für den Einsatz bei Grundschul-/Förderschülern zur Überprüfung der Lesefähigkeit eingesetzt. Levumi unterstützt und kooperiert mit den Lehrkräften.
 

Bewertung

Für die Onlineplattform www.levumi.de (Gebhardt et al., 2016a) sind konstruktbasierte Tests zur Messung der Leseflüssigkeit im Bereich "Silben lesen" auf fünf verschiedenen Niveaustufen entwickelt worden. Die Testkonstruktion aller Niveaustufen sowie die Itempools sind ausführlich erläutert. Alle Leseflüssigkeitstests sind als lehrerzentrierte Speedtests (Rost, 2004) mit einer Durchführungszeit von einer Minute konstruiert. Die Itemkonstruktion orientierte sich am Kieler Leseaufbau (Dummer-Smoch & Hackethal, 2016) sowie am Lehrplan der Grundschulen der verschiedenen Bundesländer. Alle Items sind aus einer lesedidaktisch begründeten Auswahl an Konsonanten sowie allen Vokalen der deutschen Sprache erstellt worden. Die Tests sind je nach Niveaustufe durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gekennzeichnet. Ausschließlich die höchste Niveaustufe N4 enthält alle Konsonanten und Lautverbindungen sowie Konsonantencluster. Außerdem werden pro Niveaustufe vier Parallelformen abgedruckt, die den Einsatz des Leseflüssigkeitstests als Paper&Pencil-Test in der Schule ermöglichen.
 

Literatur

  • Beule, J. (2018). Zusammenhang zwischen Leseflüssigkeit und Leseverständnis über vier Messzeitpunkte in den Jahrgangsstufen 3 und 4. Eine Längsschnittuntersuchung mit der Online-Plattform Levumi. Digitale Masterthesis, Technische Universität Dortmund, Fakultät für Rehabilitationswissenschaften. https://doi.org/10.17877/DE290R-19679
  • Clemente, C. R. (2017). Pilotierungsstudie eines Online-Leseflüssigkeitstests bei Schülerinnen und Schülern mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Digitale Masterarbeit, Technische Universität Dortmund, Fakultät für Rehabilitationswissenschaften. https://doi.org/10.17877/DE290R-18866
  • Diehl, K. (2014) Lesekompetenzen formativ evaluieren mit dem IEL-1 - Inventar zur Erfassung der Lesekompetenzen von Erstklässlern. In M. Hasselhorn, W. Schneider & U. Trautwein (Hrsg.), Jahrbuch der pädagogisch-psychologischen Diagnostik (S. 145-164). Göttingen: Hogrefe.
  • Dummer-Smoch, L. & Hackethal, R. (2016). Handbuch zum Kieler Leseaufbau (Neubearbeitung). Kiel: Veris.
  • Gebhardt, M., Diehl, K. & Mühling, A. (2016a). Online Lernverlaufsmessung für alle SchülerInnen in inklusiven Klassen. Zeitschrift für Heilpädagogik, 67 (10), 444-453.
  • Gebhardt, M. & Jungjohann, J. (2019). Digitale Unterstützung bei der Dokumentation von Verhaltens- und Leistungsbeurteilungen. In B. Meyer, T. Tretter & U. Englisch, (Hrsg.), Praxisleitfaden auffällige Schüler und Schülerinnen. Weinheim: Beltz.
  • Groth, K., Hasko, S., Bruder, J., Kunze, S., & Schulte-Körne, G. (2013). Betrachtung methodischer Aspekte von Fördereffekten bei Lese-Rechtschreibstörung. Lernen und Lernstörungen, 2, 161-175.
  • Jungjohann, J., Diehl, K. & Gebhardt, M. (2018). Tests der Leseflüssigkeit zur Lernverlaufsdiagnostik - "Silben lesen" der Onlineplattform www.levumi.de. Beschreibung der papierbasierten Testkonstruktion sowie der Items der Leseflüssigkeitstests "Silben lesen" in deutscher Sprache. Dortmund: Technische Universität Dortmund.
  • Jungjohann, J., Diehl, K., Mühling, A. & Gebhardt, M. (2018). Graphen der Lernverlaufsdiagnostik interpretieren und anwenden - Leseförderung mit der Onlineverlaufsmessung Levumi. Forschung Sprache, 6 (2), 84-91.
  • Jungjohann, J., DeVries, J. M., Gebhardt, M. & Mühling, A. (2018) Levumi: A web-based curriculum-based measurement to monitor learning progress in inclusive classrooms. In K. Miesenberger, G. Kouroupetroglou & P. Penaz (Eds.), Computers helping people with special needs. 16th International Conference, ICCHP 2018, Linz, Austria, July 2018, Proceedings (pp 369-378). Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-319-94277-3_58
  • Jungjohann, J. & Gebhardt, M. (2018). Lernverlaufsdiagnostik im inklusiven Anfangsunterricht Lesen - Verschränkung von Lernverlaufsdiagnostik, Förderplanung und Wochenplanarbeit. In F. Hellmich, G. Görel & M. F. Löper (Hrsg.), Inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung (S. 160-172). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Jungjohann, J., Gebhardt, M., Diehl, K. & Mühling, A. (2017). Förderansätze im Lesen mit LEVUMI. Dortmund: Technische Universität Dortmund. https://doi.org/10.17877/DE290R-18042
  • Jungjohann, J., Mau, L., Diehl, K. & Gebhardt, M. (2019). Levumi: Handbuch für Lehrkräfte Deutsch. Version 1.2. Dortmund: Technische Universität Dortmund. https://doi.org/10.17877/DE290R-19921
  • Jungjohann, J., Schurig, M., Mühling, A. & Gebhardt, M. (in Vorb.). Levumi Lehrerhandbuch Anwendung & Interpretation. Version 1.2. Dortmund: Technische Universität Dortmund.
  • König, D. (2018). Grenzen des Messens bei der Lernverlaufsdiagnostik im Lesen. Eine Analyse der Boden- und Deckeneffekte in den Jahrgängen 3/4 mit der Online-Plattform Levumi. Digitale Masterthesis, Technische Universität Dortmund, Fakultät für Rehabilitationswissenschaften. https://doi.org/10.17877/DE290R-19678
  • Kuhl, J., Euker, N., & Ennemoser, M. (2015). Förderung des lautorientierten Lesens bei Schülerinnen und Schülern mit intellektueller Beeinträchtigung. Empirische Sonderpädagogik, 7 (1), 41-55.
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  • Rost, J. (2004). Lehrbuch Testtheorie - Testkonstruktion (2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). Bern: Huber.
  • Voß, S. & Diehl, K. (2016). Prozessbegleitende Erfassung der schulischen Fähigkeiten durch Curriculum-based Measurements (CBM). In K. Mahlau, S. Voß & B. Hartke (Hrsg.), Lernen nachhaltig Fördern Band 1: Allgemeine Grundlagen zur Umsetzung einer Inklusiven Grundschule: Fortbildungseinheiten, -methoden und -materialien (S. 71-84). Hamburg: Kovac.
 
 Autorenbeschreibung: Jana Jungjohann, Kirsten Diehl und Markus Gebhardt (22.11.2018)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Reading Measures; Educational Measurement; Educational Diagnosis; Elementary School Students; Orthography; Spelling; Syllables; Reading Materials; Reading Measures; Reading Skills

Klassische Testtheorie; Lesetests; Pädagogisches Testen; Pädagogische Diagnose; Grundschüler; Orthographie; Buchstabieren; Silben; Lesematerialien; Lesetests; Lesefertigkeiten

 weitere Schlagworte:

2018; Curriculum-Based Measurement; Speedtests; Lernverlaufsdiagnostik; Lernverlaufsmessung; Leseflüssigkeit; Lesefähigkeit; Silben lesen; Förderdiagnostik; Progress Monitoring; Fünf Niveaustufen (N0, N1, N2a, N2b, N3, N4) mit unterschiedlicher Itemanzahl; Grundschulkinder; Normierungs-/Untersuchungsjahr: keine Angaben
 Klassifikation:

Pädagogische Messung und Beurteilung; Lernen und Leistung; Sonderpädagogik und Förderunterricht
Lesetests
6.2.1
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2019
 Änderungsdatum: 201812
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