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Everyday Health Information Screening Tool - deutsche Version

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007673
 

EHILS - Everyday Health Information Screening Tool - deutsche Version (PSYNDEX Tests Review)

 

Everyday Health Information Screening Tool (EHILS; Niemelä, R., Ek, S., Eriksson-Backa, K. & Huotari, M. L., 2012) - German version /author

 Mayer, A.-K.
 (2018). Examining the factorial structure and validity of the Everyday Health Information Literacy Screening Tool. Trier: Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID).

Online im Internet: https://www.testarchiv.eu/

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der Creative Commons-Lizenz "Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)" ; es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.testarchiv.eu/ ; Stand: 1.11.2018.
Anmerkung: Die englischen Items sind enthalten im Elektronischen Testarchiv des ZPID sowie abgedruckt in Niemelä, Ek, Eriksson-Backa und Huotari (2012, S. 134).
 Adresse(n): o Dr. Anne-Kathrin Mayer ; E-Mail: akm.psychologie@gmail.com ; Stand: 16.11.2018
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Das EHILS wurde als Forschungsinstrument zur Erfassung von Selbsteinschätzungen gesundheitsbezogener Informationskompetenzen entwickelt.


Aufbau:
Der Fragebogen umfasst 10 Items, die auf einer fünfstufigen Likert-Skala ("trifft überhaupt nicht zu" bis "trifft voll und ganz zu") zu beurteilen sind. Als Testscore fungiert das arithmetische Mittel der Itemrohwerte.


Grundlagen und Konstruktion:
Das EHILS dient der Operationalisierung des Konzepts der "Gesundheitsbezogenen Informationskompetenz", das seinerseits das psychologische Konzept der "Gesundheitskompetenz" mit dem bibliothekarisch-informationswissenschaftlichen Konzept der "Informationskompetenz" integriert. Ausgehend von einer Definition des Konzepts durch die Medical Library Association wurden zur Konstruktion der finnischen Originalfassung des EHILS 10 Items formuliert, welche die Fähigkeit und Motivation zum Umgang mit Gesundheitsinformationen abbilden sollen. Zur Konstruktion der deutschen Fassung wurde die publizierte englischsprachige Version des EHILS ins Deutsche übersetzt und in vier Studien auf ihre psychometrische Qualität hin überprüft.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Alpha-Werte nach Cronbach liegen im Bereich zwischen Alpha = .50 und Alpha = .60, für die Retestkorrelation über ein 2-Wochen-Intervall ergab sich ein Wert von rtt = .65.
Validität: Das EHILS korreliert in hypothesenkonformer Weise mit etablierten Selbstberichtsmaßen zur Erfassung des breiter angelegten Konzepts der Gesundheitskompetenz sowie mit dem individuellen Interesse am Thema "Gesundheit". Mit einem Wissensmaß zur gesundheitsbezogenen Informationskompetenz fanden sich schwache, überwiegend ebenfalls bedeutsame Korrelationen. Faktorenanalytische Befunde sprechen jedoch gegen die strukturelle Validität des EHILS und legen die Annahme einer zweidimensionalen Struktur mit "Motivation" und "Selbstvertrauen" im Umgang mit Gesundheitsinformationen nahe.
Normen: Derzeit (September 2018) liegt keine Normierung des EHILS vor. Zu Vergleichszwecken können Mittelwertangaben aus studentischen Stichproben herangezogen werden.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Gemäß einer Definition der Medical Library Association (Shipman, Kurtz-Rossi & Funk, 2009) umfasst der Begriff "Gesundheitsbezogene Informationskompetenz" diejenigen Fähigkeiten, die erforderlich sind, um einen Gesundheitsinformationsbedarf zu erkennen, geeignete Informationsquellen zu identifizieren und diese zu nutzen, um relevante Informationen abzurufen, die Qualität der Informationen und ihre Anwendbarkeit auf eine bestimmte Situation zu beurteilen und die Informationen zu analysieren, zu verstehen und zu nutzen, um gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Das Konstrukt kombiniert das breiter angelegte psychologische Konzept der "Gesundheitskompetenz" (z. B. Sorensen et al., 2012) mit dem bibliothekarisch-informationswissenschaftlichen Konzept der "Informationskompetenz" (Eriksson-Backa, Ek, Niemelä & Huotari, 2012). Letzteres hebt primär auf die Recherche und Bewertung von Informationen ab. Das Everyday Health Information Screening Tool (EHILS; Niemelä, Ek, Eriksson-Backa & Huotari, 2012) wurde entwickelt, um Selbsteinschätzungen der gesundheitsbezogenen Informationskompetenz in Alltagssituationen zu erfassen, d. h. im Umgang mit Gesundheitsinformationen, wie sie beispielsweise in konventionellen Medien oder im Internet aufzufinden sind. Bei der vorliegenden deutschsprachigen Fassung (Mayer, 2018a, 2018b) handelt es sich um eine Übersetzung der publizierten englischsprachigen Fassung des EHILS (Niemelä et al., 2012).
 

Testaufbau

Der Fragebogen umfasst zehn Aussagesätze, die sich auf die selbsteingeschätzte Fähigkeit und Motivation zum Umgang mit Gesundheitsinformationen beziehen. Der Grad der Zustimmung zu der jeweiligen Aussage ist auf einer fünfstufigen Likert-Skala anzugeben (1 = "stimme überhaupt nicht zu", 2 = "stimme eher nicht zu", 3 = "bin unentschieden", 4 = "stimme eher zu", 5 = "stimme voll und ganz zu").
 

Auswertungsmodus

Als Skalengesamtwert fungiert das arithmetische Mittel der Items. Der Wert sollte nur berechnet werden, wenn mindestens 8 der 10 Items gültig beantwortet wurden.
 

Auswertungshilfen

Spezifische Auswertungshilfen sind nicht erforderlich.
 

Auswertungszeit

Die Auswertung nimmt nur ca. 1 Minute in Anspruch.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Im Folgenden werden zwei Items vorgestellt.
1. Es ist wichtig, über Gesundheitsthemen gut informiert zu sein.
7. Es ist leicht, die Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen aus dem Internet zu beurteilen.
 

Alle Items

Mit (-) gekennzeichnete Items sind vor der Bildung des Gesamtwerts zu invertieren.
1. Es ist wichtig, über Gesundheitsthemen gut informiert zu sein.
2. Ich weiß, wo ich nach Gesundheitsinformationen suchen kann.
3. Ich beziehe Gesundheitsinformationen am liebsten aus mehreren unterschiedlichen Quellen.
4. Es ist schwierig, Gesundheitsinformationen in gedruckten Informationsquellen (Zeitschriften oder Büchern) zu finden. (-)
5. Es ist schwierig, Gesundheitsinformationen im Internet zu finden. (-)
6. Es ist leicht, die Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen zu beurteilen, die in gedruckten Informationsquellen (Zeitschriften oder Büchern) zu finden sind.
7. Es ist leicht, die Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen aus dem Internet zu beurteilen.
8. Begriffe und Formulierungen, die in Gesundheitsinformationen verwendet werden, sind oft schwer verständlich. (-)
9. Ich wende Gesundheitsinformationen auf meine Lebensgestaltung und/oder die Lebensgestaltung von Menschen, die mir nahestehe, an.
10. Es ist schwierig zu entscheiden, wem man in Gesundheitsfragen Glauben schenken soll. (-)
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann in Einzel- oder in Gruppenuntersuchungen eingesetzt werden. Es liegen Erfahrungen mit Versionen im Online- und im Papier-und-Bleistift-Format vor. Neben der deutschen Fassung wurde eine englischsprachige Fassung publiziert (Niemelä et al., 2012), die ihrerseits eine Übersetzung des finnischsprachigen Originals der Arbeitsgruppe um Niemelä darstellt.
 

Altersbereiche

Eine Anwendung des EHILS ist bei Jugendlichen und Erwachsenen möglich.
 

Durchführungszeit

Die Bearbeitungsdauer für das EHILS beträgt etwa 2 bis 3 Minuten.
 

Material

Für die Durchführung wird in der Papier-und-Bleistift-Fassung lediglich noch ein Stift benötigt.
 

Instruktion

Die lediglich aus einem Satz bestehende standardisierte Instruktion ist auf dem Fragebogen abgedruckt.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Anwendung des EHILS setzt auf Seiten der Testperson hinreichende deutsche (bzw. englische) Sprachkenntnisse und sichere Lesefähigkeit voraus. Weitere spezifischen Durchführungsvoraussetzungen sind nicht zu beachten.
 

Testkonstruktion

Das Verfahren wurde von einer finnischen Arbeitsgruppe entwickelt, indem unter Rückgriff auf die Definition von "gesundheitsbezogener Informationskompetenz" der Medical Library Association zehn Items formuliert wurden, welche die Bestandteile der Definition abdecken sollten (Niemelä et al., 2012). Im Rahmen einer Studie an n = 217 finnischen Oberstufenschülerinnen und -schülern wurde eine interne Konsistenz der Skala von Cronbachs Alpha = .56 ermittelt. Eine exploratorische Faktorenanalyse ergab eine dreifaktorielle Lösung mit den Faktoren "Motivation", "Selbstvertrauen" und "(Schwierigkeit der) Bewertung" im Umgang mit Gesundheitsinformationen.
Die deutsche Fassung des EHILS wurde nach Prinzipien der Klassischen Testtheorie psychometrisch evaluiert. Hierzu wurde zunächst die von Niemelä et al. (2012) publizierte englischsprachige Fassung von zwei Personen unabhängig voneinander ins Deutsche übertragen. Nichtübereinstimmungen wurden per Diskussion geklärt. Zur Ermittlung der psychometrischen Kennwerte wurden vier Studien an studentischen Stichproben durchgeführt, in denen neben dem EHILS verschiedene weitere Selbstberichtsfragebögen sowie Leistungstests eingesetzt wurden:
- Studie 1: n = 100 Studierende der Rechtswissenschaften (n = 46) bzw. Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre (n = 54), M = 23.14, SD = 3.24 Jahre, 64.0% Frauen;
- Studie 2: n = 144 Studierende der Sprach- und Literaturwissenschaften (n = 116) bzw. Mathematik oder Informatik (n = 28), M = 23.39, SD = 2.96 Jahre, 69.4% Frauen;
- Studie 3: n = 144 Studierende der Bildungswissenschaften (n = 119), Pflegewissenschaften (n = 10) und weiterer Studiengänge (n = 15), M = 23.75, SD = 2.95 Jahre; 73.6% Frauen;
Studie 4: n = 32 Studierende der Rechtswissenschaften (19-29 Jahre, M = 23.75, SD = 2.74 Jahre, 65.6% Frauen.
Die internen Konsistenzen des EHILS in diesen Stichproben sind in Tabelle 1 aufgeführt. Sie sprechen für eine eben noch ausreichende Reliabilität des Instruments für Forschungszwecke.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die standardisierte Kurzinstruktion und die sehr einfache Auswertung durch Aufsummieren und Bildung des arithmetischen Mittels der (ggf. umgepolten) Itemrohwerte begünstigen eine hohe Durchführungs- und Auswertungsobjektivität. Interpretationsobjektivität ist insofern gegeben, als höhere Skalenwerte für eine höhere Einschätzung der eigenen gesundheitsbezogenen Informationskompetenz sprechen. Einschränkend ist auf die inhaltliche Heterogenität des Instruments zu verweisen: Die Items bilden sowohl die Motivation zum Umgang mit Gesundheitsinformationen als auch selbstbeurteilte Kompetenzen bzw. Schwierigkeiten im Umgang mit ihnen ab, welche auf eine inadäquate Gestaltung der Informationen zurückgehen.
 

Reliabilität

Das Verfahren weist in studentischen Stichproben eine moderate interne Konsistenz auf, die lediglich einen Einsatz als Forschungsinstrument zulässt. Die Alpha-Werte nach Cronbach liegen im Bereich zwischen Alpha = .50 und Alpha = .60 (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1
Mittelwerte und Standardabweichungen des EHILS in vier Studien an studentischen Stichproben aus unterschiedlichen Fächern
---------------------------------------------------------------------- 
Studie Stichprobe n M SD Alpha
----------------------------------------------------------------------
1 Jura/BWL/VWL 100 3.30 0.42 .54
2 Sprachwissenschaften/Informatik 144 3.41 0.44 .57
3 Bildungs-/Pflegewissenschaften 144 3.46 0.41 .52
4a Rechtswissenschaften (Retest-t1) 32 3.39 0.45 .60
4b Rechtswissenschaften (Retest-t2) 32 3.37 0.35 .50
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. n = Stichprobengröße, M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Alpha = Cronbachs Alpha. t1 = Zeitpunkt 1, t2 = Zeitpunkt 2.

Zur Ermittlung der Test-Retestreliabilität bearbeiteten in Studie 4 n = 32 Studierende der Rechtswissenschaften die Online-Fassung des EHILS je zweimal im Abstand von 14 Tagen. Die Test-Retestkorrelation betrug rtt = .65 (p < .001). Auf Mittelwertebene ergaben sich zwischen t1 und t2 keine statistisch bedeutsamen Veränderungen der Testwerte (t < 1).
 

Validität

(1) Strukturelle Validität: Ergebnisse exploratorischer und konfirmatorischer Faktorenanalysen (Mayer, 2018a) deuten darauf hin, dass die Struktur des EHILS durch eine zweifaktorielle Faktorenlösung mit den Facetten "Motivation" und "Vertrauen in die Fähigkeit" zum Umgang mit Gesundheitsinformationen besser abgebildet wird als durch eine eindimensionale Lösung. Die beiden auf Grundlage der faktorenanalytischen Ergebnisse gebildeten Subindizes weisen jedoch eine geringe interne Konsistenz auf, so dass eine Verwendung nicht empfohlen wird.
(2) Konstruktvalidität: Zur Ermittlung der konvergenten Validität wurden Korrelationen des EHILS mit (konzeptuell breiter angelegten) Selbsteinschätzungsskalen der Gesundheitskompetenz sowie bereichsspezifischen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen ermittelt. Hierzu wurden der etablierte European Health Literacy Survey (HLS-EU-Q47; Sorensen et al., 2013), die eHealth Literacy Scale (eHEALS; Norman & Skinner, 2006; deutsche Fassung von Soellner, Huber & Reder, 2014) sowie die Skala zu informationsverhaltensbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Behm (2015) verwendet. Letztere war spezifisch mit Blick auf das Informationsverhalten zum Thema "Gesundheit" zu bearbeiten. Da das erfasste Konstrukt neben selbsteingeschätzten Kompetenzen auch die Motivation zur Befassung mit Gesundheitsinformationen abbilden soll, wurden in zwei Studien zusätzlich selbst konstruierte Skalen zur Erfassung des Interesses am Thema "Gesundheit" vorgegeben. Schließlich wurden Zusammenhänge mit dem Health Information Literacy Knowledge Test (HILK; Mayer, Holzhäuser, Chasiotis & Wedderhoff, 2018), einem Wissenstest zur gesundheitsbezogenen Informationskompetenz, ermittelt. Angesichts der bekanntermaßen geringen Übereinstimmung zwischen Selbsteinschätzungen der eigenen Fähigkeit und Leistungstests (Freund & Kasten, 2012; Mayer, 2018c) wurden hier allenfalls moderate Korrelationen erwartet. Die Ergebnisse der korrelativen Analysen sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

Tabelle 2
Korrelationen des EHILS mit Maßen der Gesundheitskompetenz, bereichsspezifischer Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, des Gesundheitsinteresses sowie objektiven Leistungs- bzw. Kompetenzmaßen
---------------------------------------------------------------------- 
Studie
---------------------------------------
1 2 3 4a 4b
----------------------------------------------------------------------
Selbsteinschätzungen
HLS-EU-Q47
Total Score .45** .57** .40** -- --
Access Information .45** .48** .40** -- --
Understand Information .29** .39** .38** -- --
Appraise Information .40** .57** .33** -- --
Apply Information .25** .37** .31** -- --
eHEALS -- .52** -- -- --
SWE-IV-16 -- .51** -- .61** .63**
Gesundheitsinteresse .29** -- .33** -- --
----------------------------------------------------------------------
Kompetenzmaße
HILK .22** .22** .32** .03 .17
--------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. 1 = Studie 1: n = 100 Studierende der Rechtswissenschaften (n = 46) bzw. Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre (n = 54), M = 23.14, SD = 3.24 Jahre, 64.0% Frauen; 2 = Studie 2: n = 144 Studierende der Sprach- und Literaturwissenschaften (n = 116) bzw. Mathematik oder Informatik (n = 28), M = 23.39, SD = 2.96 Jahre, 69.4% Frauen; 3 = Studie 3: n = 144 Studierende der Bildungswissenschaften (n = 119), Pflegewissenschaften (n = 10) und weiterer Studiengänge (n = 15), M = 23.75, SD = 2.95 Jahre; 73.6% Frauen; 4 = Studie 4 zum Zeitpunkt 1 (= 4a) und 2 (= 4b): n = 32 Studierende der Rechtswissenschaften (19-29 Jahre, M = 23.75, SD = 2.74 Jahre, 65.6% Frauen. HLS-EU-Q47 = European Health Literacy Survey Questionnaire (Sorensen et al., 2012), eHEALS = eHealth Literacy Scale (Norman & Skinner, 2006), SWE-IV-16 = Skala zur Erfassung der Informationsverhaltensbezogenen Selbstwirksamkeitserwartung (Behm, 2015), HILK = Health Information Literacy Knowledge Test (Mayer, Holzhäuser, Chasiotis & Wedderhoff, 2018).
 

Normierung

Zum aktuellen Zeitpunkt (September 2018) liegen keine Normwerte für das EHILS vor. Zur Orientierung können die in Tabelle 1 dargestellten Mittelwerte und Standardabweichungen aus verschiedenen studentischen Stichproben herangezogen werden.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das EHILS kann in Forschungsarbeiten zur Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie oder in bibliotheks- bzw. informationswissenschaftlichen Studien verwendet werden, um Selbsteinschätzungen gesundheitsbezogener Informationskompetenzen zu erfassen. Grundsätzlich erscheint das Verfahren auch zur Veränderungsmessung (z. B. im Rahmen von Trainings zur Förderung der gesundheitsbezogenen Informationskompetenz) geeignet. Allerdings wurde seine Veränderungssensitivität bislang nicht empirisch geprüft.
 

Bewertung

Mit dem EHILS liegt ein kurzes, sehr einfach einsetzbares Selbsteinschätzungsverfahren zur Erfassung gesundheitsbezogener Informationskompetenzen vor. Korrelative Befunde stützen die Annahme seiner konvergenten Validität und legitimieren seine Anwendung als Forschungsinstrument. Gleichwohl legen die eher niedrigen internen Konsistenzkoeffizienten und faktorenanalytischen Befunde eine Revision und Erweiterung der Skala nahe, um die unterschiedlichen Konstruktfacetten differenzierter abbilden und reliabler messen zu können.
 

Literatur

  • Behm, T. (2015). Informationskompetenz und Selbstregulation: Zur Relevanz bereichsspezifischer Selbstwirksamkeitsüberzeugungen. In A.-K. Mayer (Hrsg.), Informationskompetenz im Hochschulkontext - Interdisziplinäre Forschungsperspektiven (S. 151-162). Lengerich: Pabst.
  • Eriksson-Backa, K., Ek, S., Niemelä, R. & Huotari, M. L. (2012). Health information literacy in everyday life: A study of Finns aged 65-79 years. Health Informatics Journal, 18 (2), 83-94.
  • Freund, P. A. & Kasten, N. (2012). How smart do you think you are? A meta-analysis on the validity of self-estimates of cognitive ability. Psychological Bulletin, 138 (2), 296-321.
  • Mayer, A.-K. (2018a). Examining the Factorial Structure and Validity of the Everyday Health Information Literacy Screening Tool. Unpublished manuscript.
  • Mayer, A.-K. (2018b). Psychometric properties of a German Version of the Everyday Health Information Literacy Screening Tool. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Frankfurt/Main.
  • Mayer, A.-K. (2018c). Subjective and objective measures of health information literacy: Do they provide complementary or redundant information? In S. Kurbanoglu, J. Boustany, S. Spiranec, E. Grassian, D. Mizrachi & L. Roy (Eds.), Information literacy in the workplace. Fifth European Conference, ECIL 2017, Saint-Malo, France, September 18-21, 2017, revised selected papers (pp. 481-490). Cham, Switzerland: Springer.
  • Mayer, A.-K., Holzhäuser, J., Chasiotis, A. & Wedderhoff, O. (2018). Assessing health literacy by performance tests: The Health Information Literacy Knowledge Test (HILK). In A.-K. Mayer (Ed.), Health literacy across the life span. Lengerich: Pabst.
  • Niemelä, R., Ek, S., Eriksson-Backa, K. & Huotari, M.-L. (2012). A screening tool for assessing everyday health information literacy. Libri, 62 (2), 125-134. [Everyday Health Information Screening Tool items appended p. 134]
  • Norman, C. D. & Skinner, H. A. (2006). eHEALS: The eHealth Literacy Scale. Journal of Medical Internet Research, 8 (4), e27.
  • Shipman, J. P., Kurtz-Rossi, S. & Funk, C. J. (2009). The Health Information Literacy Research Project. Journal of the Medical Library Association, 97 (4), 293-301.
  • Soellner, R., Huber, S. & Reder, M. (2014). The Concept of eHealth Literacy and its Measurement. Journal of Media Psychology 26, 29-38.
  • Sorensen, K., van den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z. & Brand, H. (2012). Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models. BMC Public Health, 12 (1), 80. https://doi.org/10.1186/1471-2458-12-80
  • Sorensen, K., Van den Broucke, S., Pelikan, J. M., Fullam, J., Doyle, G., Slonska, Z., Kondilis, B., Stoffels, V., Osborne, R. H. & Brand, H. E. (2013). Measuring health literacy in populations: illuminating the design and development process of the European Health Literacy Survey Questionnaire (HLS-EU-Q). BMC Public Health, 13 (1), 948. https://doi.org/10.1186/1471-2458-13-948
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Niemelä, R., Ek, S., Eriksson-Backa, K. & Huotari, M.-L. (2012). A screening tool for assessing everyday health information literacy. Libri, 62 (2), 125-134. [Everyday Health Information Screening Tool items appended p. 134]
 
 Autorenbeschreibung: Anne-Kathrin Mayer (20.07.2018)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Competence; Information Seeking; Health Literacy; Health Care Seeking Behavior; Information Literacy

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Kompetenz; Informationssuche; Gesundheitsbezogene Kenntnisse; Aufsuchen von Gesundheitseinrichtungen; Informationsbezogene Kenntnisse

 weitere Schlagworte:

2012 (englische Version); 2018 (deutsche Fassung); Gesundheitskompetenz; Informationskompetenz, Open Access; 10 Items; Bereiche: 1 Motivation, 2 Selbstvertrauen; Normierungs-/Untersuchungsjahr: keine Angaben; Stichprobe(n): 100+144+144+32
 Klassifikation:

Gesundheitspsychologische Tests; Gesundheitsförderung und Vorsorge
Tests für gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen
7.6.2
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English, Finnish
 Land: Finland
 Publikationsjahr: 2018
 Änderungsdatum: 201809
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